Ortsleben

Forstinninger Schülerinnen gewinnen bei Jugend forscht!

Jugend forscht 2009
Schüler experimentieren
Den Römern auf der Spur
Julia Ettlinger (12 Jahre)
Teresa Mittermair (11 Jahre)
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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Unsere Vorgehensweise
2.1. Untersuchung des Verlaufs bekannter Römerstraßen
2.2 . Suche und Bestimmung von bisher nicht lokalisierten Spuren
2.2.1 Ortsbestimmung mit Hilfe von GPS
2.2.2 Luftbildanalysen mit Hilfe von Google Earth
3. Unsere Ergebnisse
3.1. Woran erkennt man Römerstraßen?
3.2. Kartierung unserer gefundene Spuren
4. Abschließende Betrachtungen
4.1. Sind unsere gefundenen Spuren wirklich von den Römern?
4.2. Führt die Römerstraße nach Süden durch den Ebersberger Forst?
4.3. Gibt es überhaupt einen Kreuzungspunkt der Römerstraßen?
4.4. War bei Niederried vielleicht ein Kastell?
4.5. Verläuft durch Forstinning noch eine andere Römerstraße?
4.6. Müssen die Landkarten nun neu gezeichnet werden?
5. Literaturverzeichnis
5.1. Bücher
5.2. Internetseiten
5.3. Software
6. Danksagung
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1. Einleitung
In der 4. Klasse lernten wir im Heimat- und Sachkundeunterricht, dass unser Wohnort Forstinning vermutlich an der Kreuzung von zwei Römerstraßen liegt. An manchen Orten kann man auch heute noch Reste der alten Römerstraßen entdecken. Diese sind auch in verschiedenen Landkarten eingezeichnet. Der genaue Verlauf ist jedoch zum Teil nicht bekannt. Wir wollten ihn deshalb herausfinden und haben uns auf Spurensuche begeben, weil wir uns nicht vorstellen konnten, dass
man sonst keine Spuren mehr findet. Dabei war es praktisch, dass Teresa in Schwaberwegen direkt am Waldrand wohnt und gleich hinter ihrem Haus eine der Römerstraßen verläuft.
Wie man auf der unten abgebildeten Karte sieht, verläuft eine der Römerstraße etwa in Nord-Süd-Richtung. Wahrscheinlich handelt es sich um einen Teil der Route von Regensburg nach Helfendorf. Die andere verläuft etwa in Ost-West-Richtung und ist möglicherweise ein Abschnitt der Römerstraße von Augsburg nach Wels in Österreich (Polz/Obermayer: Chronik der Gemeinde Forstinning, S.13) Abschnitt der Römerstraße von Regensburg nach Helfendorf

(Abbildung im Original einzusehen)1: Karte von Forstinning und Umgebung (aus: Top50 Bayern Süd). Die blau markierten
Strecken zwischen den roten Pfeilen sind auf der Landkarte eingezeichnete Spuren der Römerstraßen
( I-------------I 1 km)
 Abschnitt der Römerstraße von Augsburg nach Wels in Österreich
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Im Jahre 15 v. Chr. eroberten die Stiefsöhne des Kaisers Augustus nach einem
Feldzug gegen die Keltenstämme das Gebiet nördlich der Alpen. Unmittelbar nach
der Eroberung des Alpenvorlandes begannen es die Römer durch ein immer
dichteres Netz von Straßen zu erschließen. Diese bis zu acht Meter breiten,
künstlichen Dämme – im Sumpfland gab es Knüppelwege, an Steigungen Hohlwege
– waren in vielen Fällen sorgfältig gepflastert und ermöglichten so nicht nur den
Legionen Roms sondern auch Händlern ein rasches Vorwärtskommen. Im Idealfall
bestanden die Straßen aus einem Steinfundament, mehren Kiesschichten und einer
Abdeckung aus Kies und Sand oder einem Pflaster aus Steinen und Quader. Damit
das Regenwasser rasch abfließen konnte waren die Straßen leicht gewölbt. Die
Spuren dieser antiken „Autobahnen“ sind bis heute zu sehen. Erkennbar sind nicht
nur Straßendämme sondern auch die benachbarten Aushubgruben.
(Bernstein: Römerstraßen und Kultplätze, S.108)
Abbildung 2: Querschnitt einer einfachen, ungepflasterten Römerstraße (aus: Hinweistafel Nr. 11 des
historischen Rund- und Radelwegs Forstinning, Abbildung etwas verändert)
Die Römerstraße Augsburg nach Wels/Österreich war eine wichtige Ost-West-
Verbindung für die römischen Besatzungstruppen in Rätien, wie das Land zwischen
Donau und Alpen um 150 n. Chr. genannt wurde. Die Römer bauten ihre Straßen
möglichst gerade, weil so die Strecken am kürzesten waren und leichter überwacht
werden konnten. Der Abschnitt durch den Forst war eine sogenannte Hochstraße
(erhöht gegenüber dem umgebenden Gelände) und diente noch bis zum Ende des
17. Jahrhunderts als Reise- und Handelsweg. (www.forstinning.de/Radelweg.htm)
Ganz besonders interessiert haben uns auch Spuren beim vermuteten
Kreuzungspunkt der beiden Römerstraßen am Nordrand des Ebersberger Forsts.
Bisher weiß niemand genau, ob es sich wirklich um eine richtige Kreuzung handelt
oder doch nur um eine Abzweigung. „Der genaue Kreuzungspunkt ist bis heute
unbekannt. Entdecker gesucht!“ steht auf der Hinweistafel 11 des Historischen Rundund
Radelwegs Forstinning, die wir auf dem Deckblatt abgebildet haben.
Wichtige Straßenkreuzungen wurden vom römischen Militär gesichert. Es wird
vermutet, dass auch die „Kreuzung“ bei Forstinning mit einer Straßenstation
gesichert wurde (Chronik der Gemeinde Forstinning, S.13). Bisher gibt es aber keine
Funde, die nähere Hinweise geben. Wir waren deshalb gespannt, ob wir mehr
darüber herausfinden würden. Unser Ziel war es, gefundene Spuren möglichst
genau zu lokalisieren um den tatsächlichen Verlauf der Römerstraßen besser
angeben zu können.
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2. Unsere Vorgehensweise
2.1. Untersuchung des Verlaufs bekannter Römerstraßen
Um neue Spuren zu entdecken, mussten wir erst einmal herausfinden, an was man
Römerstraßen überhaupt erkennt. Deshalb haben wir als erstes den bisher
bekannten Verlauf der Straßen in der Umgebung von Forstinning verfolgt und
geschaut, wie gut man die ursprünglichen Straßendämme und Materialgruben noch
sehen kann. Außerdem haben wir untersucht, ob im Bereich der Römerstraßen
besondere Pflanzen wachsen oder ob es bestimmte Auffälligkeiten gibt.
2.2. Suche und Bestimmung von bisher nicht lokalisierten Spuren
Da es nicht erlaubt ist, einfach im Wald Ausgrabungen zu machen, haben wir im
Ebersberger Forst lediglich nach Spuren gesucht, die man mit bloßem Auge erkennt.
Wir haben dabei unsere Kenntnisse angewendet, die wir bei der Untersuchung der
bekannten Römerstraßen gewonnen haben.
2.2.1. Ortsbestimmung mit Hilfe von GPS
Ein Problem war allerdings die Ortsbestimmung von den gefundenen Spuren, die
teilweise tief im Dickicht lagen. Anfangs wollten wir einfach den Abstand der Spuren
zu Waldwegen ausmessen. Dies stellte sich jedoch als sehr schwer heraus. Wir
haben uns dann überlegt, dass die Bestimmung eigentlich mit einem GPS – Gerät
ganz einfach wäre. Leider hatten wir jedoch keins. Glücklicherweise konnten wir uns
schließlich mit Mitteln aus dem Sponsorpool von Jugend forscht ein gutes Outdoor-
GPS kaufen, das Garmin eTrex Vista HCx. Dieses ist mit einer hochempfindlichen
Empfangsantenne ausgestattet, die auch unter widrigen Empfangsverhältnissen (z.B.
in dichten Wäldern) Positionsbestimmungen mit einer Genauigkeit von ca. drei
Metern ermöglicht. Dabei kann man bis zu 1000 Wegpunkte abspeichern. Zusätzlich
ist das Gerät noch mit einem Höhenmesser und einem Kompass ausgestattet. Das
Höhenprofil wird dabei ständig aufgezeichnet.
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In das GPS haben wir eine digitale topographische Karte von Süddeutschland
(Garmin TOPO Karte Deutschland Süd v2) geladen, die auf Kartenmaterial im
Maßstab 1 : 25 000 mit sehr hoher Detailauflösung basiert.
Abbildung 3: Das Garmin eTrex Vista HCx Outdoor GPS und die digitale topographische Karte, die
wir verwendet haben
Diese Karte kann auch auf einem PC installiert werden. Über ein USB - Kabel kann
man dann einfach mit Hilfe einer mitgelieferten Software (Garmin Trip & Waypoint
Manager Version 5.00) Daten vom GPS – Gerät auf den PC übertragen und
umgekehrt.
Wir konnten so auf einfache Weise im Gelände bestimmte Punkte abspeichern und
dann zu Hause in unseren Computer einlesen. Mit Hilfe der Trip & Waypoint
Manager Software konnten wir uns die gefundenen Punkte dann nicht nur auf der
topographischen Karte ansehen, sondern auch in Google Earth, das zusätzlich auch
noch Luftbildanalysen ermöglicht.
Da wir festgestellt haben, dass man die Römerstraße im Wald am besten an den
Materialgruben erkennt, haben wir beschlossen, die Gruben als Wegpunkte
abzuspeichern. Dazu haben wir uns in die Mitte von jeder Grube gestellt, die wir
gefunden haben und konnten ihre Position durch einen einfachen Knopfdruck
abspeichern.
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2.2.2. Luftbildanalysen mit Hilfe von Google Earth
Aus der Luft sieht man manchmal bestimmte Auffälligkeiten, an denen man dann auf
archäologische Funde stößt. Einige Römerstraßen sind so gefunden worden
(www.nordostkultur.de/historie/texte/roemerstrasseundsalzsendeweg.htm).
Wir haben uns deshalb bei Google Earth Satellitenbilder genau angeschaut und nach
Auffälligkeiten gesucht, die vielleicht auf Römerstraßen hindeuten.
3. Unsere Ergebnisse
3.1. Woran erkennt man Römerstraßen?
Weil die Römerstraßen als Hochstraßen gebaut wurden, sieht man manchmal auch
heute noch Spuren davon als leicht erhöhten Erdwall (Abbildung 4).
Abbildung 4: Wir stehen auf einem Wall der Römerstraße durch den Ebersberger Forst
Abbildung 5: Brombeerbewachsene Römerstraße mit umgekipptem Baumstumpf.
Eigentlich hatten wir gehofft, dass es vielleicht bestimmte Pflanzen gibt, die uns
immer Hinweise auf die darunterliegende Straße im Boden geben könnten. Wir
haben zwar beobachtet, dass die Vegetation dort oft anders ist als in der Umgebung,
aber es war leider nicht immer so. Auf der Römerstraße wachsen oft wesentlich
mehr Brombeeren (Abb. 4 und 5). Außerdem liegen dort manchmal auch auffällig
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viele umgekippte Baumstümpfe (Abb. 5). Man kann aber daraus keine eindeutigen
Rückschlüsse auf die Römerstraße ziehen.
Manchmal ist es jedoch schwer einen
Erdwall zu finden. Man findet ihn dann
am besten, wenn man nach den
Materialgruben sucht. Diese kann man
teilweise noch sehr gut im Abstand von
etwa 20–50 Metern erkennen. Die
Gruben haben einen Durchmesser von
etwa 3 – 7 Metern und sind bis zu zwei
Meter tief.
Abbildung 6: Eine Materialgrube neben dem Wall der Römerstraße im Vordergrund.
Viele Löcher konnte man gut sehen, aber manchmal waren sie auch ziemlich
versteckt (Abbildung 7) oder fast zugeschüttet und nur noch daran zu erkennen, dass
dort ganz andere Pflanzen wachsen (Abbildung 8).
Abbildung 7: Wir haben eine versteckte, von umgestürzten Bäumen verdeckte Materialgrube
gefunden.
Abbildung 8: Fast zugewachsene Materialgrube, die man nur noch an der anderen Vegetation
erkennt.
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Die Römerstraße von Regensburg nach
Helfendorf läuft bei Forstinning durch
landwirtschaftlich genutzte Gebiete und
ist wesentlich schwerer zu erkennen,
weil die Materialgruben zugeschüttet
wurden. Man sieht lediglich beim ganz
genauen Betrachten eine leichte
Bodenwelle.
Abbildung 9: Julia steht auf der Römerstraße von Regensburg nach Helfendorf. Diese verläuft im Bild
von links nach rechts. Die leichte Bodenwelle ist nur sehr schwer zu erkennen.
Uns ist auch aufgefallen, dass Pflanzen dort wo die Römerstraße war, oft viel größer
sind als in der Umgebung (Abbildungen 10 u. 11). Dies könnte für das Erkennen von
Spuren aus der Luft wichtig sein.
Abbildung 10 und 11: Dort wo früher die Römerstraße war, sind die Pflanzen manchmal deutlich
größer, als in der Umgebung.
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3.2. Kartierung unserer gefundenen Spuren
Als wir uns in Gebieten, in denen auf Landkarten keine Römerstraßenspuren
eingezeichnet sind, auf die Suche nach Spuren machten, wurden wir erfreulicherweise
im Bereich der Ost-West-Route sehr schnell fündig. Die meisten Spuren lagen
dann auch dort, wo man sie vermutet, nämlich in der Verlängerung der bereits
bekannten Spur. Das klingt zwar ganz einfach, aber oft sind die Materialgruben und
Dämme tief im Dickicht des Waldes versteckt (siehe Abbildungen 4 bis 8) so dass wir
doch ziemlich suchen mussten. In einigen Fällen sieht man die Römerstraße jedoch
sogar noch viel deutlicher als dort, wo auf Landkarten bereits Spuren eingezeichnet
sind. Wir haben davon auch Fotos gemacht. Da diese aber den Umfang unserer
Arbeit sprengen würden, werden wir sie erst beim Wettbewerb präsentieren.
Bisher haben wir insgesamt ungefähr 190 Materialgruben lokalisiert. Wie man sieht,
kann man daraus ganz gut auf den Verlauf der Römerstraße schließen. Die meisten
Gruben waren nördlich der Straße, manchmal wechselten aber auch die Seiten.
Abbildung 12: Unsere bisher lokalisierten Spuren im Ebersberger Forst. Die blauen Fähnchen
kennzeichnen Materialgruben in Gebieten mit bisher schon nachgewiesenen Spuren, die auch auf
Landkarten eingezeichnet sind. Die roten Fähnchen kennzeichnen Materialgruben im Bereich wo auf
Karten keine Spuren eingezeichnet sind.
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Abbildung 13 und 14: Vergrößerte Ausschnitte aus der Karte in Abbildung 12 mit Spuren der
Römerstraße im Bereich von Schwaberwegen.
Abbildung 15 und 16: Vergrößerte Ausschnitte aus der Karte in Abbildung 12 mit Spuren der
Römerstraße im Bereich von Hohenlinden.
Besonders interessiert haben uns ja auch Spuren im Bereich von Schwaberwegen,
wo sich möglicherweise die beiden Römerstraßen kreuzen. Leider haben wir gerade
hier die wenigsten Spuren gefunden. Einen Erdwall kann man hier überhaupt nicht
erkennen und es sind nur wenige größere Löcher im Boden zu finden. Diese liegen
merkwürdigerweise alle auf einer gebogenen Linie, die aber genau dort aus dem
Wald läuft, wo sie mit der Nord-Süd-Route zusammentreffen könnte. Aufgefallen ist
uns auch, dass genau in diesem Bereich auf dem Weg am Waldrand besonders viele
Kieselsteine liegen, die vielleicht von der Römerstraße stammen.
Da vermutet wird, dass die Römerstraße aus Regensburg nach Süden durch den
Ebersberger Forst bis Helfendorf läuft, haben wir natürlich auch nach Spuren dieser
Route gesucht. Bisher haben wir jedoch noch keine einzige Spur (weder einen Wall,
noch Materialgruben) gefunden.
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4. Abschließende Betrachtungen
4.1. Sind unsere gefundenen Spuren wirklich von den Römern?
Unsere Kartierung beruht hauptsächlich auf gefundenen Materialgruben und
Erdwällen. Es ist aber nicht hundertprozentig sicher, dass diese alle auch wirklich
von den Römern stammen. Die Löcher könnten auch schon vorher (z.B. von den
Kelten) oder erst später gegraben worden sein. Vielleicht handelt es sich manchmal
auch um Bombenkrater. Die Wälle könnten auch Erdverschiebungen sein, die durch
die Eiszeitgletscher entstanden sind. Bei unseren gefundenen Spuren, die genau in
der Verlängerung bereits bekannter Spuren liegen, ist es jedoch sehr wahrscheinlich,
dass sie ebenfalls auf die Römer zurückzuführen sind.
4.2. Führt die Römerstraße nach Süden durch den Ebersberger Forst?
Merkwürdigerweise haben wir im Ebersberger Forst bisher keine einzige Spur von
dieser Route gefunden, was schon etwas verwunderlich ist, weil man von der
Römerstraße, die von Osten nach Westen verläuft, ja so viele Spuren findet. Gab es
die Nord-Süd-Route durch den Wald vielleicht gar nicht?
Bereits bekannte Spuren der Römerstraße, die von Regensburg nach Süden läuft,
kann man auch auf Luftbildern gut erkennen (gelbe Markierungen in Abb. 17 u. 18).
Uns ist aber auch aufgefallen, dass die Wege im Ebersberger Forst genau in der
gleichen Richtung verlaufen. Möglicherweise gab es die Römerstraße durch den
Wald doch und die späteren Wege wurden dann alle parallel dazu angelegt.
4.3. Gibt es überhaupt einen Kreuzungspunkt der Römerstraßen?
Leider liegt der vermutete Kreuzungspunkt der Römerstraßen in einem Waldstück,
das sehr stark aufgeforstet wurde. Deshalb haben wir hier nur sehr wenige Spuren
gefunden, die merkwürdigerweise auch noch eine Kurve machen. Dies ist für
Römerstraßen eigentlich nicht typisch. Die Gruben, die wir gefunden haben, sind
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sicherlich nicht zufällig entstanden, aber wir wissen nicht, ob sie wirklich von den
Römern stammen. Es bleibt also weiterhin unklar, ob es wirklich eine richtige
Kreuzung gab oder nur eine Gabelung oder Abzweigung. Vielleicht hat die Straße
aber auch tatsächlich eine Kurve gemacht.
Abbildung 17: Satellitenaufnahme aus Google Earth von Forstinning und Umgebung. Die
nummerierten Kreise kennzeichnen Materialgruben der Römerstraße. Entlang der gelben
Markierungen verläuft der bekannte Abschnitt der Römerstraße nach Regensburg.
Abbildung 18 u. 19: Vergrößerte Ausschnitte aus der oben abgebildeten Satellitenaufnahme
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4.4. War bei Niederried vielleicht ein Kastell?
Wenn man den Waldrand von Niederried aus betrachtet, sieht man zwei leichte
Bodenwellen, die im Abstand von ungefähr 100 Metern parallel verlaufen. Auf
Luftbildern sieht man in diesem Bereich ein viereckiges Muster (blaue Markierungen
in Abbildung 17 und 19), das vielleicht auf ein Römerkastell zurückzuführen ist. Dies
wäre nicht verwunderlich, weil wichtige Straßenpunkte von den Römern gesichert
werden mussten (Chronik der Gemeinde Forstinning, S. 13).
4.5. Verläuft durch Forstinning noch eine andere Römerstraße?
Julia wohnt am Ortsrand von Forstinning an einem großem Feld. Auf diesem Feld ist
eine Bodenwelle, die schnurgerade verläuft (Abbildung 20) und auch auf Luftbildern
zu erkennen ist (rote Markierungen in Abbildung 17 und 19). Interessanterweise läuft
die Bodenwelle in der einen Richtung genau auf unser vermutetes Kastell zu.
Verlängert man sie in der anderen Richtung, so läuft sie genau durch den Ort
Straßham (rote Linie in den Abbildungen 17 und 19). In dem Buch „Römerstraßen
und Kultplätze“ (von M. Bernstein) haben wir gelesen, dass Ortsnamen, die den
Bestandteil „Straß“ enthalten, oft Hinweise auf Römerstraßen geben (S. 109). Bei der
Bodenwelle könnte es sich also tatsächlich um eine Römerstraße handeln, die bisher
noch nirgends beschrieben ist.
Abbildung 20: Ist diese Bodenwelle vielleicht eine Römerstraße?
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4.6. Müssen die Landkarten nun neu gezeichnet werden?
Wir würden uns sehr freuen, wenn Fachleute unseren Ergebnissen zustimmen und
unsere Vermutungen vielleicht durch Ausgrabungen bestätigt werden könnten. Die
Landkarten müssten dann allerdings neu gezeichnet werden. Zumindest von der
Römerstraße, die von Augsburg nach Wels verläuft, gibt es wesentlich mehr Spuren,
als bisher auf Landkarten eingezeichnet sind.
5. Literaturverzeichnis
5.1. Bücher
(1) Bernstein, Martin: Römerstraßen und Kultplätze – Archäologische
Wanderungen, Süddeutsche Zeitung Edition der Reihe „Bayern erleben“,
München 2006
(2) Chrisp, Peter: Altes Rom, Dorling Kindersley Verlag, London 2006
(3) Crummenerl, Rainer/ Kock, Hauke: Abenteuerreise in die Welt der Römer,
Arena Verlag, Würzburg 2005
(4) Historischer Verein für den Landkreis Ebersberg e.V.: Land um den
Ebersberger Forst – Beiträge zur Geschichte u. Kultur, Jahrbuch 10, 2007
(5) Marchand, Pierre: Die Zeit der Römer, Bertelsmann Lexikon Verlag,
Gütersloh/München 1992
(6) Polz, Josef/ Obermayer, Hans: Chronik der Gemeinde Forstinning, Gemeinde
Forstinning 1995
(7) Rogora, Bernardo: Die Geschichte der Römer, Omnibus Bertelsmann
Jugendbuch Verlag, München 2001
5.2. Internetseiten
(1) http://www.blfd.bayern.de
(2) http://www.forstinning.de/Radlweg.htm
(3) http://www.gesellschaft-fuer-archaelogie.de
(4) http://www.hans-bauer-erding.de
(5) http://www.kaluwi.de/Augsburg_Wels.html
(6) http://www.nordostkultur.de/historie/texte/roemerstrasseundsalzendeweg.htm
(7) http://www.roemerstrasse-via-claudia.de/strassenbau-im-alpenvorland.c6.html
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5.3. Software
(1) Garmin TOPO Karte Deutschland Süd v2
(2) Garmin Trip & Waypoint Manager Version 5.00
(3) Google Earth Version 4.2
(4) Top50 Bayern Süd Version 3.0, Bayerisches Landesvermessungsamt
München 2000
6. Danksagung
Ganz besonders bedanken möchten wir uns bei unserem Betreuer Herrn Dr.
Zebhauser, der uns in der AG „Forschen im Team“ immer unterstützt hat und uns
zahlreiche Tipps gegeben hat.
Außerdem möchten wir dem Sponsorpool Bayern von Jugend forscht für die
großzügige Unterstützung danken, mit der wir das Outdoor GPS erwerben konnten,
ohne das die Durchführung unserer Arbeit nicht möglich gewesen wäre.
Bei der Firma „On The Trail“ in Schorndorf (www.on-the-trail.de) bedanken wir uns
ganz herzlich für den günstigen Sonderpreis, zu dem wir das GPS kaufen konnten.
Herr Arnold Schmidt, der Bürgermeister von Forstinning, hat uns mit wichtigen
Informationen versorgt und uns freundlicherweise das Geschichtsarchiv der
Gemeinde zur Verfügung gestellt.
Bedanken möchten wir uns auch bei unseren Eltern, die uns begleitet haben, wenn
wir in entfernten Waldgebieten nach Spuren gesucht haben und uns ihre
Digitalkamera zur Verfügung gestellt haben.
Florian Ettlinger, der große Bruder von Julia, hat uns erklärt, wie man mit dem GPS
umgeht und oft am Computer geholfen, wenn wir wieder einmal nicht weiter wussten.
Vielen Dank!

 

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